Skin Tears bei fragiler Haut

Skin Tears – das unterschätzte Risiko bei fragiler Haut

Freundlich guckender, älterer Mann mit Glatze und grauem Bart, der ein hellblaues Hemd offen trägt und einen Wund-Verband an der Schulter hat.
Zwei Kreise mit Text und Piktogrammen: Im linken Kreis steht '83,2 % geben an, dass Skin Tears häufig vorkommen. Im rechten Kreis sind zehn stilisierte Personen, von denen eine rot markiert ist, darunter der Text Skin Tears machen mehr als eine von zehn Wunden in Pflegeeinrichtungen aus.

Skin Tears: schmerzhafte und alltägliche Wunden

Hauteinrisse, sogenannte Skin Tears, sind traumatische Wunden, die vor allem bei älteren Menschen, aber auch bei Neugeborenen und Kindern durch mechanisches Einwirken auftreten können. Mit dem demografischen Wandel steigt die Inzidenz von Skin Tears. Diese besonders schwerwiegende Art der Hautschädigung tritt insbesondere bei fragiler Haut auf. 
 
Eine Studienübersicht fasst zusammen, dass die Prävalenz von Skin Tears in Langzeitpflegeeinrichtungen bis zu 41,2 % und in Kliniken bzw. Akutversorgungseinrichtungen bis zu 19,8 % beträgt.1 In einer deutschlandweiten Umfrage gaben 83,2 % der befragten Pflegefachpersonen an, dass Skin Tears „häufig“ oder „sehr häufig“ vorkommen.2

Erhöhtes Risiko für Skin Tears bei fragiler Haut

Unsere Haut ist unser Schutz. Wenn sie jedoch fragil wird, ist sie anfälliger für Hautschädigungen. Bereits alltägliche Pflegemaßnahmen können dann Skin Tears auslösen. Ein hohes Risiko für fragile Haut haben:

Rotes rundes Piktogramm mit weißer Outline, dass einen Säugling und älteren Menschen zeigt.
Ältere Menschen und Säuglinge4
Rotes rundes Piktogramm mit weißer Outline, dass Bakterien zeigt, die für chronische Erkrankungen stehen.
Patient*innen mit schweren/chronischen Erkrankungen4
Rotes rundes Piktogramm mit weißer Outline, dass zwei überkreuzte Pflaster zeigt, die für häufige Verbandwechsel stehen.
Patient*innen mit häufigen Verbandwechseln4
Älterer Mann mit hochgekrempeltem kurzärmligem Hemd, der ein Pflaster am Oberarm abzieht und sichtbare Schmerzen dabei hat.

Was sind Skin Tears?

Skin Tears sind traumatische Wunden, die durch Ablösung der oberen Hautschichten entstehen. Sie betreffen die Epidermis sowie die Dermis, in der die sensiblen Nervenenden liegen, die starke Schmerzen verursachen können. 
 
Das International Skin Tear Advisory Panel (ISTAP) definiert ein Skin Tear wie folgt: 
„Ein Skin Tear ist eine traumatische Wunde, die durch mechanische Einwirkungen wie das Entfernen von Klebstoffen und die Handhabung von Patient*innen verursacht wird und deren Tiefe variieren kann (ohne die Unterhautschicht zu durchdringen).“4 
 
  • Nicht zu verwechseln mit „Riss-/Quetschwunden“4, siehe auch Skin Tear vs. Riss-/Quetschwunde >>
  • Können zu Komplikationen führen, z. B. Infektionen4
  • Die Heilungszeit variiert zwischen Wochen (akut) und Monaten (komplex/chronifiziert)4

Im kostenlosen E-Learning mehr über Skin Tears erfahren

Teil 1: Einführung Skin Tears – Ursachen, Risikofaktoren und Folgen. Dauer: 15 Minuten.

Dunkler Bildausschnitt einer Person die am Schreibtisch sitzt und an einem Laptop arbeitet, daneben steht ein Kaffeebecher.

Skin-Tear-Klassifizierung gemäß ISTAP4

Typ 1: Kein Hautverlust

Linearer oder lappenförmiger Hauteinriss, der zur Abdeckung des Wundbetts repositioniert werden kann.

Ausschnitt eines Arms mit einer Hautläsion/ Skin Tear Typ 1, kein Hautverlust

Typ 2: Teilverlust des Hautlappens

Der Hautlappen kann nicht zur Abdeckung des Wundbetts repositioniert werden.

Eine Hand, die am kleinen Finger ein Skin Tear Typ 2 mit Teilverlust eines Hautlappens aufweist.

Typ 3: Totaler Verlust des Hautlappens

Gesamtes Wundbett freigelegt.

Ein Skin Tear Typ 3 mit totalem Verlust des Hautlappens, bei dem das gesamte Wundbett freiliegt.

Skin Tear vs. Riss-/Quetschwunde

Eine Riss-/Quetschwunde ist kein Skin Tear. Riss-/Quetschwunden sind Wunden, die durch die subkutane Schicht reichen und meist durch kräftige, stumpfe Gewalteinwirkung (z. B. Unfall) entstehen. Ein Skin Tear hingegen betrifft nur die Epidermis und gegebenenfalls die Dermis und wird durch mechanische Einwirkungen wie Scherkräfte und Reibung, beim Mobilisieren von Patient*innen oder durch Traumata verursacht.4 Während Skin Tears vorwiegend bei fragiler Haut auftreten, können Riss-/Quetschwunden jeden Hauttyp betreffen.

Mögliche Folgen von Skin Tears

Skin Tears bedeuten nicht nur vermeidbare Schmerzen für die Patient*innen, sondern haben auch großen Einfluss auf den Versorgungsaufwand von medizinischen Fachkräften. Aufgrund von zusätzlich notwendigen Behandlungen und Heilungsverzögerungen erhöhen sie z. B. den Pflegeaufwand bei gesteigerten Kosten.

Sechs weiße Piktogramme mit Text auf rotem Hintergrund, darunter ein trauriges Gesicht, ein Bett, eine Uhr, Münzen, ein Virus und eine Person, jeweils mit zugehörigem Text zu gesundheitlichen und sozialen Folgen.
Grafische Darstellung einer Wundauflage mit herkömmlichen Klebstoffen, die beim Entfernen teilweise Hautzellen entfernt.

Wie entstehen Skin Tears beim Verbandwechsel?

Skin Tears können durch mechanisches Einwirken entstehen.4 Dazu zählt auch das Entfernen von klebenden Wundauflagen oder Fixierungen. Solche klebstoffbedingten Hautschädigungen werden unter dem Begriff Medical Adhesive-Related Skin Injuries (MARSI) zusammengefasst. 
 
Wundauflagen und Fixierungen mit Acrylat- oder Kautschuk-Harz-Klebern können insbesondere bei fragiler Haut MARSI verursachen. Fragile Haut ist dünner, weniger elastisch und weniger widerstandsfähig. Beim Entfernen der Verbände kann die starke Klebkraft dazu führen, dass Anteile der Epidermis oder Dermis mit abgelöst werden und es zur Entstehung eines Skin Tear kommt.

Das Risiko von Skin Tears minimieren

Wundverbände auf Silikonbasis ermöglichen eine atraumatische Entfernung und sorgen dafür, dass die empfindliche Haut nicht weiter geschädigt wird.

Das ISTAP empfiehlt atraumatische Verbände (z. B. auf Silikonbasis) für fragile Haut und für die Wundversorgung von Skin Tears.5 

Weitere Details gibt es in der ISTAP Guideline von 2025 >>

Zum atraumatischen Verbandwechsel

Checkliste zur Risikominimierung:

Das Risiko für ein Skin Tear kann durch die drei folgenden Patientenfaktoren minimiert werden:

  • Allgemeine Gesundheit
  • Mobilität
  • Haut

Das ISTAP empfiehlt die Nutzung der Checkliste zur Risikominimierung bei Risikopatient*innen mit fragiler Haut. Für eine umfassende Hautbeurteilung können folgende Fragen herangezogen werden:

Wie behandelt man Skin Tears?

Die Behandlungsleitlinie des ISTAP hat zum Ziel, den Hautlappen zu erhalten, das umliegende Gewebe zu schützen und das Risiko einer Infektion und weiterer Verletzungen zu verringern:4
 
  • Blutungen unter Kontrolle bringen
  • Reinigen und debridieren
  • Infektionsmanagement
  • Auswahl des richtigen Wundverbandes (Standardverbände mit Klebstoffen auf Acryl- oder Kautschukbasis vermeiden)
  • Sicherstellen, dass vorhandene Hautlappen durch die Behandlung nicht beeinträchtigt werden
  • Ungestörte Wundheilung

Kostenloses E-Learning: Behandlung von Skin Tears

Teil 2: Prävention, Behandlung und Genesung von Skin Tears. Dauer: 25 Minuten.

Dunkler Ausschnitt eines Bildes, auf dem eine Person seitlich am Laptop zu sehen ist.

Grafische Darstellung einer Wundauflage, die aufgrund ihrer Silikonbeschichtung besonders sanft und rückstandsfrei von der Haut entfernt wird

Wundversorgung bei fragiler Haut

Silikonverbände, wie Leukoplast skin sensitive Produkte, verbinden eine zuverlässige Haftung mit einer atraumatischen Entfernung. Denn statt eines Acrylat- oder Kautschuk-Harz-Klebers wird Silikon verwendet. Silikon bietet eine sehr gute Haftung, „verklebt“ aber nicht mit der Haut, wie es bei herkömmlichen Klebern oft der Fall ist.

Die Lösung bei Skin Tears: silikonbasierte Wundverbände

Der Silikonauftrag, der für das Leukoplast skin sensitive Sortiment verwendet wird, ermöglicht eine besonders sanfte Versorgung mit einem zuverlässigen Halt und einem atraumatischen, schmerzarmen Verbandwechsel.6–9

So können Sie das Risiko von MARSI, z. B. Skin Tears, bei fragiler Haut reduzieren8 und dadurch Heilungsverzögerungen vermeiden10, bessere Therapieergebnisse unterstützen sowie Zeit und Kosten einsparen6.

Lebensqualität der Patient*innen unterstützen

Ergebnisse einer Studie zu Fixomull skin sensitive an Patient*innen:

Drei Kreise mit Prozentangaben und Text: '100 % Atraumatische Entfernung', '97 % Schmerzfreie Entfernung', '83 % Guter bis sehr guter Tragekomfort', darüber der Text 'Ergebnisse einer Studie zu Fixomull skin sensitive an Patient*innen mit fragiler Haut zeigen:'.

Mehr Zeit für medizinisches Fachpersonal gewinnen

Ergebnisse einer Studie zu Leukomed T plus skin sensitive an Patient*innen mit fragiler Haut:

Infografik mit Studienergebnissen zu Leukomed T plus skin sensitive: zwei Kreise mit je '100%' und Text zu Hautschädigungen und Handschuh-Handhabung, darunter ein Kalender-Symbol mit der Zahl 7 und Text zur Tragezeit und Wundheilung.

Einsparungen von Kosten für Material und Pflege ermöglichen

Eine Kostenanalyse in Deutschland schätzte die Kosten für MARSI wie folgt:

Kostenschätzung für MARSI in Deutschland mit durchschnittlichen Gesamt-, Material- und Pflegekosten sowie Anzahl der Behandlungen bis zur Heilung, dargestellt in drei Kreisen mit Zahlen.

Mehrere Packungen und eine Rolle Leukomed Wundverband in einer Produktpräsentation vor hellem Hintergrund und einer älteren Frau im Hintergrund.

Leukoplast® skin sensitive – entwickelt für die Bedürfnisse fragiler Haut

Schwebendes, weißes, rechteckiges Leukomed skin sensitive Produkt mit abgerundeten Ecken vor einfarbigem, türkis-grünem Hintergrund.

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Medizinische Referenzen