Das Risiko von MARSI reduzieren - mit Silikonverbänden bei fragiler Haut

Erhöhtes Risiko von klebstoffbedingten Hautschädigungen bei fragiler Haut

Ein Medical Adhesive–Related Skin Injury (MARSI) ist eine vermeidbare, jedoch häufig übersehende Hautschädigung, verursacht durch medizinische Klebstoffe. Sie kann das Wohlbefinden der Patient*innen und die Behandlungsergebnisse erheblich beeinträchtigen. MARSI können zu Schmerzen, verzögerter Wundheilung, Infektionen und erhöhten Behandlungskosten führen.

Patient*innen mit fragiler Haut haben ein erhöhtes Risiko, ein MARSI zu entwickeln.2,3 Daher ist eine auf den Hautzustand abgestimmte Versorgung wichtig, um die fragile Haut zu schützen und die Behandlungsergebnisse zu verbessern.

Inwiefern verursachen klebende Verbände MARSI?

Medizinische Klebstoffe sind zwar für die Fixierung von Verbänden, Kathetern und medizinischen Geräten unverzichtbar, doch kann ihre unsachgemäße Verwendung erhebliche Schäden verursachen. Klebende Verbände können Hautschädigungen wie Skin Stripping, Skin Tears und Mazeration¹ verursachen, wenn sie nicht angemessen ausgewählt oder angewendet werden. Wiederholte Applikation und Entfernung, längere Tragedauer sowie aggressive Klebstoffe erhöhen das Risiko für MARSI, insbesondere bei Hochrisikopatient*innen.²

Die Wahl des richtigen Verbandes: Was ist zu beachten?

Eine der fünf wichtigen Maßnahmen¹ zur Vermeidung und Behandlung von MARSI ist die Wahl des richtigen Verbandes. Sie sollte unter Berücksichtigung der Haut der Patient*in, der Risikofaktoren, des medizinischen Klebstoffs sowie der Art der MARSI erfolgen.

Die richtige Auswahl des Verbandes wird gestützt durch eine Hautbeurteilung vor Applikation sowie eine angemessene Schulung und Kenntnisse über die Produktanwendung und Klebstoffe.¹

Bei Patient*innen mit fragiler Haut kann die Wahl des Verbandmaterials einen entscheidenden Unterschied machen. Die Klebstoffe sollten sanft, sicher und so konzipiert sein, dass sie das Hauttrauma beim Entfernen minimieren. Hier eignen sich insbesondere Klebstoffe auf Silikonbasis.

Klebstoffe auf Silikonbasis tragen dazu bei, das Risiko von MARSI zu verringern

Klebstoffe auf Silikonbasis gehören zur neuesten Generation von Klebstoffen. Ihr Hauptvorteil ist die atraumatische Entfernung sowie eine sichere und zuverlässige Fixierung.

Bei Risikopatient*innen mit fragiler Haut trägt ein Sortiment mit Klebstoffen auf Silikonbasis dazu bei, das Risiko für MARSI zu verringern.

Silikonverbände bieten:

  • Atraumatische Entfernung: Sie tragen dazu bei, Schmerzen und Hautverletzungen beim Verbandwechsel zu verringern.
  • Repositionierbar: Sie lassen sich neu positionieren, ohne dass die Klebekraft nachlässt.
  • Geringe Ablösekraft: Silikonklebstoffe lassen sich mit weniger Kraftaufwand entfernen, wodurch die Hautbarriere geschont wird.
  • Vollständiger Hautkontakt von Anfang an: Dank ihrer geringen Oberflächenspannung haften sie von Anfang an auf der gesamten Hautoberfläche, sodass für eine sichere Verbindung weniger Haftkraft erforderlich ist.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Klebstoffen, die sich mit der Zeit erwärmen und dadurch die Haftkraft erhöhen, bieten Silikonverbände einen sanften und dennoch wirksamen Halt, wodurch sie sich für fragile Haut eignen.

Das Leukoplast skin sensitive sortiment

Das Leukoplast skin sensitive Sortiment wurde speziell für Patient*innen mit fragiler oder geschädigter Haut entwickelt. Die Wundverbände und Fixierungen verfügen über weiche Silikonkleber, die eine zuverlässige Haftung gewährleisten und sich atraumatisch entfernen lassen.4, 5, 6

Wann sind acrylatbasierte Klebstoffe geeignet?7

Klebstoffe auf Acrylatbasis sind hautverträgliche, allergiearme Klebstoffe für den täglichen Einsatz. Bei Patient*innen mit geringem Risiko und normaler Haut trägt ein Standardsortiment acrylatbasierter Klebstoffe dazu beitragen, das Risiko für MARSI zu reduzieren.

Vorteile:

  • Geringes Allergierisiko
  • Verschiedene Haftstärken und unterschiedliche Trägermaterialien verfügbar – je nach Anwendungsbereich
  • Auch für die sichere Fixierung von Geräten geeignet

Nachteile sind, dass sie bei falscher Anwendung oder Entfernung sowie bei sehr empfindlicher oder fragiler Haut Hauttraumata verursachen können.

Sind Kautschukbasierte Klebstoffe für fragile oder empfindliche Haut geeignet?7

Nein. Klebstoffe auf Kautschukbasis sind keine gute Wahl. Klebstoffe auf Kautschukbasis sind zwar sehr stark, können jedoch empfindliche oder zarte Haut reizen und enthalten Latex, das allergische Reaktionen auslösen kann.

Helfen Hautschutzprodukte und medizinische Klebstoffentferner dabei, MARSI vorzubeugen und davor zu schützen?

Ja. Ein Hautschutzprodukt ist ein filmbildendes Produkt auf Polymer- oder Silikonbasis, das als Trennschicht zwischen der Haut und dem medizinischen Klebeprodukt dient.2 Verwenden Sie bei Patient*innen mit hohem Infektionsrisiko sterile Klebstoffentferner.1, 2 Ziehen Sie die Verwendung alkoholfreier Klebstoffentferner in Betracht.3

Was versteht man unter einer individuellen Hautpflege im Rahmen der MARSI-Prävention?

Bei einer individuellen Hautpflege geht es darum, die Haut zu pflegen und mit Feuchtigkeit zu versorgen,1,2 um die Hautintegrität zu erhalten und so das Entstehen von Wunden sowie MARSI zu verhindern. Eine gut durchfeuchtete Haut lässt sich sowohl von innen als auch von außen erreichen:

  • Durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Wasser1, 2
  • Durch tägliches Auftragen von Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz sowie die Verwendung von Emollientien anstelle von Seifen zum Schutz der Haut1, 2

Möchten Sie mehr über den atraumatischen Verbandwechsel erfahren?

Die richtige Technik bei der Applikation und beim Entfernen von Wundverbänden ist für die Prävention und die Behandlung von MARSI von entscheidender Bedeutung. In unserem ganzheitlichen Therapieansatz zur Behandlung von MARSI und Skin Tears bei fragiler Haut erfahren Sie mehr zum atraumatischen Verbandwechsel, um so das Risiko von Hautverletzungen zu verringern.

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Weiterlesen

Referenzen:

  1. Fumarola S et al. Overlooked and underestimated: medical adhesive-related skin injuries. Best practice consensus document on prevention. J Wound Care. 2020;29(3):1.
  2. Downie F & Collier M. Medical adhesive related skin injury (MARSI): Wounds UK made easy. Wounds UK. 2021;17(1).
  3. LeBlanc K et al. Best practice recommendations for prevention and management of periwound skin complications. Wounds international. 2021.
  4. Degenhardt A et. al. Observational, prospective, multicentre study to examine clinical performance of a silicone-coated transparent postoperative dressing in patients with fragile skin. Journal of Wound Care 2024; 33:11, 824-832
  5. Schweigel H et al. Evaluation of a new fixation tape for fragile skin in clinical practice. EWMA. May 9-11, 2018, Krakow, Poland.
  6. Schweigel H et al. Assessment of Pain Reduction and Skin Damage for Newly Developed Silicone-based Adhesive Fixation Products in Healthy Human Subjects. EWMA, virtual, November 18-19, 2020.
  7. McNichol L et al. Medical adhesives and patient safety: state of the science: consensus statements for the assessment, prevention, and treatment of adhesive-related skin injuries. Orthop Nurs. 2013;32(5):267-281.